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Aktualisiert: vor 4 Minuten 30 Sekunden

Erlebnisbericht Chiemsee Reggae

Di, 08/31/2010 - 10:46

gefunden auf: http://de.indymedia.org/

Am gestrigen Samstag taten Aktivist_innen des rabatz-Bündnisses ihren Unmut über schwulenfeindliche „Künstler“, die Jahr für Jahr am Chiemsee Reggae auftreten können, Kund und thematisierten die ignorierte sexualisierte Gewalt auf dem Festivalgelände. Die Kampagne war insbesondere auf den Headliner und Hasssänger Sizzla ausgerichtet – der wurde im Laufe der Woche aber abgesagt, weil die bösen Autonomen kommen wollten. Dies war auch die Befürchtung der Dorfpolizei, die die Kundgebung mit provinziell-absurden Auflagen und Repressionen überzog. Diese führen am Ende zum verfrühten Abbruch der Kundgebung.

Die CRP Konzertagentur, die den Chiemsee Reggae Summer veranstaltet, ist durch das rabatz-Bündnis – einem Zusammenschluss von neun autonomen Gruppen in Oberbayern, Salzburg und Tirol – bereits 2009 angeschrieben worden. In dem Offenen Brief wurden sie aufgefordert, ein Beratungs- und Präventionskonzept gegen sexualierte Gewalt am Festival zu installieren und keine weiteren homophoben Acts zu buchen. Beides ist nicht eingetreten. Geradezu im Gegenteil wurden mit Athony B und Sizzla zunächst zwei einschlägig als homophob bekannte Acts eingeladen.

CRP läuft A.M.O.K.¹

Besonders ätzend dabei ist, dass die Veranstalter_innen die von diesen Herren ausgehende, aggressive Diskriminierung von Homosexuellen auch noch unter dem Label der „Meinungs- und Kunstfreiheit“ subsumieren. Kein Wunder, wirkt die PR-Strategie von Michael Buchholz auch wie ein homophober A.M.O.K.-Lauf; diverse Rechtfertigungsschreiben lesen sich wie Traktate religiöser Fanatiker gespickt mit kulturrassistischen Verklärungsmustern. Tenor: Der Jamaikaner ist halt mal schwulenfeindlich und sieht sich.durch Homosexuelle in seinen religiösen Empfindungen verletzt. Weil die Unterschichten-Künstler sich nicht gewählt ausdrücken können, sagen sie halt, dass Schwule verbrannt gehören.
http://91.90.148.244/rabatz/wp-content/uploads/2010/08/chiemsee_2.jpgNachdem die letztjährige Intervention fehlgeschlagen war, wurden für das heurige Festivalwochenende die Anstrengungen intensiviert: Neben einem Flugblatt „Murder Inna Dancehall“, das beispielsweise auf dem Riding Higher Festival verteilt wurde, starteten Aktivist_innen auch eine Vortragsreihe in der Region. Den abschließenden Punkt sollten Infostände während des gesamten Wochenendes und eine Kundgebung am Samstag bilden. Als Sizzla dann überraschend einen Tag vor Festivalbeginn abgesagt wurde, wäre das Informationsmaterial einerseits veraltet gewesen, andererseits kursierten im Internet bereits wüste Gewaltandrohungen (dokumentiert bei luzi-m; ein Highlight: „diese drecks schulen und da soll ma keinen hass auf die haben“), so dass es kleinen Gruppen von Aktivist_innen kaum zuzumuten war, sich alleine an einen Infostand zu stellen. Das Ganze nimmt tragikomödiantische Züge an, hatten die Veranstalter_innen zuvor erklärt, dass wegen der von rabatz angekündigten Proteste die „körperliche Unversehrtheit“ ihrer Besucher_innen nicht mehr gewährleistet sei. Diese implizite Unterstellung, die Kritiker_innen Sizzlas seien gewalttätig, war allerdings umgehend zurückgewiesen worden.

Strategiewechsel nach Sizzla-Absage

An der Kundgebung hielt das Büdnis dennoch fest. Dies erwies als vollkommen berechtigt angesichts des Ersatz-Acts Busy Signal. Er taucht nicht nur auf den Listen homophober Regae-Künstler auf. Die infogruppe rosenheim kritisiert in einer Pressemitteilung auch, dass seine aggressiven heterosexitischen Lyrics ein Klima begünstigen, in dem sexualisierte Gewalt gegen Frauen stattfindet (Link).
Diese machte auch einen großteil der etwas verspätet gehaltenen Redebeiträge an der Kundgebung aus. Das Antisexistische Aktionsbündnis München (asab_m) legte die Notwendigkeit des Konzeptes der Definitionsmacht dar. Die Münchner Jugendantifa (r|am) ergänzte spezifischer zu sexuellen Übergriffen auf Festivals. Die antifa-nt hingegen hatte Probleme bei der Anreise, gerüchteweise soll sie bei der Eröffnung des Rosenheimer Herbstfestes gesehen worden sein. Ihr antirassistischer Beitrag, der auf kritische Aspekte von Einreiseverboten für homophobe Künstler hinwies, musste ebenso wie ein Grußwort aus Bern vorgelesen werden. Die „Stop Murder Music Campaign“ der Reitschule wartete dann entsprechend nochmals mit einer fundierten Auseinandersetzung mit Homophobie im Reggae auf.

Positives Feedback

Die Resonanz auf die Kundgebung und Flugblattverteilung war im Allgemeinen viel besser als es die Auswüchse auf der CRS-Homepage hatten vermuten lassen. Von den jährlich bis zu 25.000 Besucher_innen scheint eben nur ein kleiner Teil des harten Szene-Kerns unbändiges Gefallen an den homophoben Hasstiraden eines Sizzlas oder Athonoby zu finden. In Macker-Manier mag er sich zwar rabiat Gehör verschaffen – Geld lässt sich mit solchen esoterisch anmutenden Zirkeln alleine aber eher nicht verdienen. Zumindest nicht in dem Maßstab, wie es der Chiemsee Reggae als hochkommerzielle Veranstaltung, bei dem manchmal aber noch der amateurhaft provinzielle Charakter des Trostberger Managements durchscheint, abwerfen dürfte.

Repression Chiemgauer Art

Provinziell haben sich auch die staatlichen Repressionsorgane verhalten. Zugewiesen wurde ein vollkommen verschlammtes Wiesenstück als Kundgebungsort. Dieser musste also zwangsläufig auf die anliegende Straße ausgedeht werden, weil eine erhebliche Gesundheitsgefährdung für die Teilnehmer_innen davon ausging. Das wiederum missfiel der Einsatzleitung, die auferlegte, dass nur ein Meter der Straßebreite genutzt werden darf und nur vier auswählte Flugblattverteiler_innen sich außerhalb dieses Korridors bewegen dürfen. Alarmstufe Rot zum ersten, als ein Transparent auf der falschen Straßenseite entrollt wurde, weil es dort besser sichtbar gewesen wäre. Die nächste Eskalationsstufe aber erst gegen Abend, als aus den Lautsprechern ein etwas ordinäres, gegen die Polizei gerichtetes Lied zu hören war. Dann durfte keine Musik mehr abgespielt werden, weshalb die Kundgebung frühzeitig abgebrochen wurde. Noch davor hat die Polizei sich eine ganz neue Form der Sippenhaft ausgedacht: Vier Aktivist_innen wird unterstellt, sie hätten Flugblätter außerhalb der Kundgebung verteilt, was nach Meinung der Ordnungshüter eine Ordnungswidrigkeit sei. Betroffene und Versammlungsleitung berichten unabhängig voneinander, dass angedroht wurde, die Höhe eines möglichen Bußgeldes hänge vom Verlauf der Kundgebung ab.

¹ Die CRP Konzertagentur mit Sitz in Trostberg veranstaltet das Festival, bei dem die in Hamburg ansässige A.M.O.K. offenbar für das Booking verantwortlich ist.


Chiemsee Reggae ohne Sizzla

Do, 08/26/2010 - 12:42

geklaut von: http://www.luzi-m.org

Weil sich die Veranstalter_innen angeblich um die Sicherheit der Besucher_innen sorgen, haben sie den Auftritt des Sängers „Sizzla“ abgesagt

UPDATE: von „Peace and Love“ bei vielen Reggaefans keine Spur

Link zur Pressemitteilung des Rabatz-Bündnisses anläßlich der Sizzla-Absage

Teilerfolg für das Rabatz-Bündnis

Wie „Chiemgau24″ und die „SZ“ berichten, findet das Konzert des homophoben Dancehallsängers zum Ende des „Chiemsee Reggae Summers“ am Sonntagabend nach heftigen Protesten nicht statt. Antisexist_innen, queere Aktivist_innen, Vertreter_innen von Parteien und selbst der Kirche hatten gegen den geplanten Auftritt protestiert.

Heute reagierte die CRP Konzertagentur und sagte den „Sizzla“-Auftitt ab, was inzwischen auch der Festival-Homepage zu entnehmen ist:

„Gruppierungen aus dem linksradikalen Spektrum gefährden mit der Anmeldung mehrerer Demonstrationen in unmittelbarer Nähe des Festivalgeländes die Sicherheit der Veranstaltung. Darüber hinaus stellt der Festivalboykott von Bündnis 90/DIE GRÜNEN sowie deren Hinweis auf mögliche Unruhen einen friedlichen und geordneten Ablauf in Frage. Vor allem der drohende Aufmarsch von Gruppierungen, die dem linksradikalen Spektrum zugeordnet werden, wie etwa das „Bündnis rabatz“, die autonome Vernetzung Oberbayern/Salzburg/Tirol, machen den Behörden und uns größte Sorgen.“

Vermutlich dürfte eher der befürchtete Imageschaden denn die angebliche Gewalttätigkeit der antihomphoben Aktivist_innen hinter dem Rückzieher stehen. Schließlich debatiert laut „Chiemgau24″ der Gemeinderat von Übersee am Chiemsee demnächst, ob in dem Ort „in Zukunft keine Musiker mehr eingeladen werden, die mit menschenrechtsverletzenden Inhalten ihr Geld machen“.

Der Blog „medium“ jedenfalls sieht unter Bezug auf den offenen Brief des Rabatz-Bündnisses in dem Rückzug noch keinen Grund, die Proteste einzustellen:

„Ebenso wurde sich auch noch in keinster Weise seitens der Festivalveranstalter_innen zur Forderung nach qualifizierte[r] Unterstützung Betroffener sexualisierter Gewalt […] und der Schaffung von Freiräumen für Frauen, die dringend aufgrund diverser Fälle von Vergewaltigungen und Übergriffen nötig wären geäußert.
Also trotzdem noch mehr als genug Grund dort vor Ort zu demonstrieren.“

Tatsächlich – und das wird durch die Konzentration auf exponierte Künster-“Stars“ – schnell vergessen – finden sich Homophobie, Machoismus und Sexismus bei einem nicht unerheblichen Anteil sowohl der Künstler, als auch des Publikums ebenso wieder wie der bei den „Rastas“ obligatorische theokratische Monarchismus. Letzterer offenbart sich in der Verehrung des „Königs der Könige“ Haile Selassie I. von Äthiopien, der seinerzeit in seiner Heimat nicht ganz so beliebt war, wie bei den Dreads von Kingston bis Übersee. So hieß es im Spiegel zum Ende seiner Herrschaft:

„Haue Selassie, 82, Kaiser von Äthiopien, ist seit vergangenem Donnerstag nur noch Ex-Kaiser. Der ‘Negus Negesti’, ‘Siegreicher Löwe von Juda’, ‘Auserwählter Gottes’ — so einige seiner zahlreichen Titel — hatte sich durch seinen Kampf gegen die Truppen Mussolinis sowie durch seinen anfänglichen Reformkurs weltweite Sympathien erworben. Der Märchenglanz der ältesten Monarchie der Welt — der Kaiser betrachtet sich als Abkömmling einer sagenhaften Verbindung Salomons mit der Königin von Saba lenkte die Aufmerksamkeit der Welt von den katastrophalen Mißständen im Selassie-Reich ab. Denn in den letzten Jahrzehnten seiner 44jährigen Herrschaft zeigte sich der Herrscher mehr an der Festigung seiner Macht als daran interessiert, seinen dahinvegetierenden Untertanen zu helfen. Die Stunde des Negus schlug, als im vergangenen Jahr mehr als hunderttausend Äthiopier verhungerten, während Kaiser und Höflinge, denen 80 Prozent der fruchtbarsten Landstriche gehören, nicht nur weiterhin im Überfluß lebten, sondern sogar Hilfeleistungen des Auslands hintertrieben.“

Unterm Strich bleibt der Rasta-Kult am Chiemsee also auch ohne „Sizzla“ eine – nun ja – etwas reaktionäre Veranstaltung. Eigentlich genug Stoff, mit dem sich die „Erkenntnis“-hungrige Reggae-Gemeinde auseinander setzen könnte. Aber wir wissen ja, wie lange so was dauern kann.

Und was wird nun aus Sizzla? Nicht auszuschließen, dass der bereits ein Angebot vom Backstage bekommen hat. Wäre nicht das erste Mal.

No peace, no love

In der Fangemeinde richtet sich der Zorn nach Bekanntwerden der Absage gegen die Anti-Homophobie-Aktivist_innen, aber auch gegen die Veranstalter_innen CRP. In Gästebuch und Forum der Festivalseite werden Geldmacherei und „linksradikale Hetze“ verteufelt. Vor allem jene, nicht wenigen Fans, die „nur wegen Sizzla“ Tickets gekauft hatten, lassen ihrem Hass freien Lauf.

Einige Auszüge, die zeigen, dass es mit der „absoluten Friedfertigkeit“ und „Toleranz“ der Szene nicht weit her ist:

„SIZZLA FOREVER,
25.08.2010, 18:46
Wegen Sizzla habe ich mir meine Eintrittskarte gekauft.
Soll das ein Witz sein?
Sperrt die Homosexuellen Aktivisten weg!
[...] Betrug! Abzocke
Pfui Chiemsee Reggae Pfui LSVD
Large up Sizzla“

„EIN WITZ,
25.08.2010, 18:49
TARRUS RILEY als Ersatz für SIZZLA ????
Soll das ein Witz sein???
Nur aus Angst vor den Homosexuellen? Ins Gefängis mit Ihnen!
IHR WOLLTET NUR KARTEN VERKAUFEN IHR BETRÜGER !!! WIE SCHON IN 2008
FEIGE FEIGE CRS“

„Wo leben wir, ????
25.08.2010, 19:01
So jetzt ist Schluss mit lustig das kann ja nicht sein das die assis damit durchkommen sofort diese gruppierungen verbieten.ich kann’s noch nicht begreifen Wahnsinn
Der Veranstalter trägt meiner Meinung keine schuld
darf keinen homo mehr begegnen“

„-,
25.08.2010, 20:06
so ein shit echt hab gar keinen bock mehr hinzufahren sizzla is hammer scheiss auf homos“

„burn babylon,
25.08.2010, 20:52
so ein dreck man, ich will sizzla sehen !!!
nur weil er sagt was sich ganz jamaica denkt…. -.-*“

„polo,
25.08.2010, 21:46
verdammte scheiße
ich will mein geld zurück
diese drecks schulen und da soll ma keinen hass auf die haben“

„Floggy,
25.08.2010, 22:30
Scheiß Linke und Scheiß Grüne!!!!
Sollte ich einen von denen sehen, gibts was auf die Fresse, aber 100%
Wo ist eigentlich die Polizei wenn Linksextreme sturm laufen? Ach ne, hab ich vergessen, Rechtsextrem = Böse, Linksextrem = Gut
Fuck off, das regt mich jetzt auf -.“

„Re: lol sizzlas konzert abgesagt
Author: bjump
Date:   25.08.10, 21:10
hoffentlich wierds hier nur so gesagt und er kommt trotzdem :) die hoffnung stirbt zuletzt aber so ein witz da steigt der hass auf die homos ja noch mehr !!!“

„Re: Randale Sizzla
Author: JohnnyBGood
Date:   26.08.10, 08:50
wenn uns so n demonstrant alleine begegnet, darf er laufen… „

Einige Fans überlegen gar, in der Nacht zum Sonntag eine „Pro-Sizzla“-Demonstration durchzuführen. All dies ein weiterer Beleg dafür, dass die Auseinandersetzung mit Homophobie und autoritärem Charakter in der Reggae- resp. Dancehall-Szene erst am Anfang steht.


Lesekreis: „In offener Feindschaft…

Sa, 08/14/2010 - 11:14

... mit dem Bestehenden, seinen Verteidigern und seinen falschen Kritikern …und andere Texte.“

Übersetzt aus dem Französischen und Italienischen, Frühling 2010.

Download der Broschüre

Broschüre gebunden im Infoladen erhältlich gegen freiwillige Spende.

Termine

Do, 12 August 2010 – 19:00 Uhr: „Wie ins Wasser geworfenen Steine“ und „In offener Feindschaft mit dem Bestehenden“

Do, 19. August 2010 – 19:00 Uhr: „In offener Feindschaft mit dem Bestehenden“

Do, 02. September 2010 – 19:00 Uhr: „Ja, aber was wollt ihr denn eigentlich?“ und „Die Unerwünschten“

Do, 09. September 2010 – 19:00 Uhr: „Der Repression entgegen „ und „In freier Luft“


„Murder inna Dancehall“

Do, 08/05/2010 - 19:57

Informationsveranstaltung zu Homophobie und Sexismus anlässlich des Chiemsee Reggae Summers.

Freitag, 13. August 2010 – 19:00 Uhr im Infoladen Salzburg

Vom 27. bis 29. August wollen wir am Rande des Chiemsee Reggae Summers auch mit einem Infostand präsent sein. Für Samstag, den 28.08. ist eine Protestkundgebung angedacht. Holt euch laufend neue Infos und unterstützt die Aktion:  http://rabatz-buendnis.net
„Murder inna Dancehall“ Veranstaltungsflyer

Wie schon in den letzten Jahren macht das Chiemsee Reggae Summer mit offen homophoben Künstlern auf sich aufmerksam. 2008 und 2000 Beeny Man (I‘m dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays“)¹, 2007 Capleton („Fire bun batty bwoy!“ „Das Feuer möge den Schwulen verbrennen!“)², 2000 und 2004 Buju Banton, der im Juli 2004 auf Jamaika an einem schwulenfeindlichen Übergriff persönlich beteiligt war³ und 2009 t.o.k. („from dem a par inna chi chi man car Blaze di fire mek we bun dem!!!! [Bun dem!!!!] From dem a drink inna chi chi man bar Blaze di fire mek we dun dem!!!! (Dun dem!!!!)“ „Sollten sie zusammen in einem Schwulen-Auto sitzen, Entfesselt das Feuer, lasst sie uns verbrennen! [verbrennt sie!] Sollten sie zusammen in einer Schwulen Bar trinken Entfesselt das Feuer – lasst sie uns fertig machen! [fertig machen]“)⁴.

Für das diesjährige Festival wurde Sizzla angekündigt. Sizzla hat zwar offiziell den sogenannten Reggae Compassionate Act unterzeichnet, welcher aussagt, dass sich alle Unterzeichner_innen von homophoben Inhalten distanzieren, aber in einem Interview der Sunday Mail , publiziert am 28. Februar 2010, erklärte Sizzla: „I did not sign any papers, it is just an agreement I have with certain promoters – it is their system. I cannot stop singing those songs because there is a message in those songs which people should hear.“ (in etwa: „Ich habe keine Dokumente unterzeichnet, es ist lediglich eine Vereinbarung mit bestimmten Organisatoren – es ist deren System. Ich kann nicht aufhören, diese Songs zu singen, da in ihnen eine Botschaft enthalten ist, die die Leute hören sollten.)⁵.

Mit diese Songs meint Sizzla z.B. Nah Apologize  aus dem Jahr 2005. In dem Songtext, der auf der Homepage von Sizzla abgerufen werden kann⁶, heißt es unter anderem, „Rastaman don’t apologize to no batty-boy / if yuh diss King Selassie mi gun shot yuh bwoy“ (in etwa: „Ein Rastaman entschuldigt sich nicht bei einer Schwuchtel, denn wenn ihr King Selassi durch den Dreck zieht, werde ich euch erschießen“).

Das zeugt von der Wirkungslosigkeit des Reggae Compassionate Act. Viele Artists, die den RCA signiert haben, fielen danach wieder durch homophobe Äusserungen oder Distanzierung vom RCA auf.

Die Veranstalter_innen kommentieren die Bekanntgabe von Sizzla wie folgt:„Wir sind für Kunstfreiheit, wir sind für Meinungsfreiheit, den Respekt vor anderen Kulturkreisen und wir sind gegen verfassungswidrige Zensurbestrebungen[...]“⁷.
Diese Aussage zeugt entweder von krasser politischer Dummheit und der Ignoranz gegenüber menschenverachtendem Hass oder versucht bewusst Homophobie durch den Deckmantel einer falsch verstandenen Meinungsfreiheit zu schützen.

Neben Sizzla wurde auch noch Anthony B („Zwei Millionen Rastas können nicht durch Frankreich gehen, aber zwei Millionen Schwule können es. Das ist Babylon! Wenn nur 100 Rastas auf die Strasse gehen, werden sie verprügelt. Die Schwulen gehen ungehindert… Denn Frankreich ist auch ein «Battyman-Country»“)⁸ von den Veranstalter_innen eingeladen.

Somit dürfte klar sein, dass weder unseren letztjährigen Forderungen⁹ nachgekommen wurde, noch dass diese zum Nachdenken angeregt haben. Auch unsere anderen Forderungen nach einem Konzept zur umfassenden Information im Vorfeld und für eine qualifizierte Unterstützung Betroffener sexualisierter Gewalt zu entwickeln und der Schaffung von Freiräumen für Frauen, die dringend aufgrund diverser Fälle von Vergewaltigungen und Übergriffen nötig wären, scheint bei den Veranstalter_innen auf taube Ohren zu stoßen. Dieses bewusste Verschweigen und Wegschauen zeugt von demonstrativem Desinteresse und trägt zu einem Klima bei, in dem diese Übergriffe leichter möglich sind.

Dazu wollen und werden wir nicht schweigen! Wir fordern alle auf und sich an den Protesten gegen Homophobie und Sexismus und den Umgang der Organisator_innen des crs damit zu beteiligen und selbst aktiv zu werden.

¹ Song: damn; Album: Trendsetter; Erscheinungsjahr: 2000; Label: Shocking Vibes
² Song: caan tan yah; Album: Still Blazin; Erscheinungsjahr: 2002; Label: Vp
³ http://www.guardian.co.uk/world/2004/jul/17/gayrights.arts
⁴ Song: chi chi man; Album: My Crew My Dawgs; Erscheinungsjahr: 2001; Label: VP Records
http://www.queer.de/detail.php?article_id=11835
http://www.judgementyard.org/index.php?pageID=177 (offizielle website von Sizzla)
http://www.chiemsee-summer.de
http://www.armageddontimes.ch/Artist/Interview/I_AnthonyB.html
⁹ Keine Einladung homophober, sexistischer Künstler; Auseinandersetzung mit Homophobie im Reggae


Murder inna Dancehall

Mo, 07/12/2010 - 21:58

Gegen Sexismus uns Homophobie beim „Chiemsee Reggae Summer“ und überall!

Wie schon in den letzten Jahren macht das Chiemsee Reggae Summer mit offen homophoben Künstlern auf sich aufmerksam. 2008 und 2000 Beeny Man (I‘m dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays“)¹, 2007 Capleton („Fire bun batty bwoy!“ „Das Feuer möge den Schwulen verbrennen!“)², 2000 und 2004 Buju Banton, der im Juli 2004 auf Jamaika an einem schwulenfeindlichen Übergriff persönlich beteiligt war³ und 2009 t.o.k. („from dem a par inna chi chi man car Blaze di fire mek we bun dem!!!! [Bun dem!!!!] From dem a drink inna chi chi man bar Blaze di fire mek we dun dem!!!! (Dun dem!!!!)“ „Sollten sie zusammen in einem Schwulen-Auto sitzen, Entfesselt das Feuer, lasst sie uns verbrennen! [verbrennt sie!] Sollten sie zusammen in einer Schwulen Bar trinken Entfesselt das Feuer – lasst sie uns fertig machen! [fertig machen]“)⁴.

Für das diesjährige Festival wurde Sizzla angekündigt. Sizzla hat zwar offiziell den sogenannten Reggae Compassionate Act unterzeichnet, welcher aussagt, dass sich alle Unterzeichner_innen von homophoben Inhalten distanzieren, aber in einem Interview der Sunday Mail , publiziert am 28. Februar 2010, erklärte Sizzla: „I did not sign any papers, it is just an agreement I have with certain promoters – it is their system. I cannot stop singing those songs because there is a message in those songs which people should hear.“ (in etwa: „Ich habe keine Dokumente unterzeichnet, es ist lediglich eine Vereinbarung mit bestimmten Organisatoren – es ist deren System. Ich kann nicht aufhören, diese Songs zu singen, da in ihnen eine Botschaft enthalten ist, die die Leute hören sollten.)⁵.

Mit diese Songs meint Sizzla z.B. Nah Apologize  aus dem Jahr 2005. In dem Songtext, der auf der Homepage von Sizzla abgerufen werden kann⁶, heißt es unter anderem, „Rastaman don’t apologize to no batty-boy / if yuh diss King Selassie mi gun shot yuh bwoy“ (in etwa: „Ein Rastaman entschuldigt sich nicht bei einer Schwuchtel, denn wenn ihr King Selassi durch den Dreck zieht, werde ich euch erschießen“).

Das zeugt von der Wirkungslosigkeit des Reggae Compassionate Act. Viele Artists, die den RCA signiert haben, fielen danach wieder durch homophobe Äusserungen oder Distanzierung vom RCA auf.

Die Veranstalter_innen kommentieren die Bekanntgabe von Sizzla wie folgt:„Wir sind für Kunstfreiheit, wir sind für Meinungsfreiheit, den Respekt vor anderen Kulturkreisen und wir sind gegen verfassungswidrige Zensurbestrebungen[...]“⁷.
Diese Aussage zeugt entweder von krasser politischer Dummheit und der Ignoranz gegenüber menschenverachtendem Hass oder versucht bewusst Homophobie durch den Deckmantel einer falsch verstandenen Meinungsfreiheit zu schützen.

Neben Sizzla wurde auch noch Anthony B („Zwei Millionen Rastas können nicht durch Frankreich gehen, aber zwei Millionen Schwule können es. Das ist Babylon! Wenn nur 100 Rastas auf die Strasse gehen, werden sie verprügelt. Die Schwulen gehen ungehindert… Denn Frankreich ist auch ein «Battyman-Country»“)⁸ von den Veranstalter_innen eingeladen.

Somit dürfte klar sein, dass weder unseren letztjährigen Forderungen⁹ nachgekommen wurde, noch dass diese zum Nachdenken angeregt haben. Auch unsere anderen Forderungen nach einem Konzept zur umfassenden Information im Vorfeld und für eine qualifizierte Unterstützung Betroffener sexualisierter Gewalt zu entwickeln und der Schaffung von Freiräumen für Frauen, die dringend aufgrund diverser Fälle von Vergewaltigungen und Übergriffen nötig wären, scheint bei den Veranstalter_innen auf taube Ohren zu stoßen. Dieses bewusste Verschweigen und Wegschauen zeugt von demonstrativem Desinteresse und trägt zu einem Klima bei, in dem diese Übergriffe leichter möglich sind.

Dazu wollen und werden wir nicht schweigen! Wir fordern alle auf und sich an den Protesten gegen Homophobie und Sexismus und den Umgang der Organisator_innen des crs damit zu beteiligen und selbst aktiv zu werden.

¹ Song: damn; Album: Trendsetter; Erscheinungsjahr: 2000; Label: Shocking Vibes
² Song: caan tan yah; Album: Still Blazin; Erscheinungsjahr: 2002; Label: Vp
³ http://www.guardian.co.uk/world/2004/jul/17/gayrights.arts
⁴ Song: chi chi man; Album: My Crew My Dawgs; Erscheinungsjahr: 2001; Label: VP Records
http://www.queer.de/detail.php?article_id=11835
http://www.judgementyard.org/index.php?pageID=177 (offizielle website von Sizzla)
http://www.chiemsee-summer.de
http://www.armageddontimes.ch/Artist/Interview/I_AnthonyB.html
⁹ Keine Einladung homophober, sexistischer Künstler; Auseinandersetzung mit Homophobie im Reggae


Alfredo M. Bonanno beim Lesekreis

So, 07/11/2010 - 13:00

Da nun der Sommer naht und  wir alle wahrscheinlich immer wieder auf Urlaub sein werden, lesen wir nun ein paar kürzere Texte, damit der Einstieg jederzeit für jedermann_frau möglich ist.

Ab Anfang Juli (ab jetzt ist der Lesekreis übrigens wieder Donnerstags um 19:00 Uhr) beginnen wir mit zwei Broschüren von Alfredo M. Bonanno:

„Lasst uns die Arbeit zerstören“

„Die anarchistische Spannung“ (audio book download)

Termine:

Donnerstag, 8. Juli 2010: Lasst uns die Arbeit zerstören (bis Seite 6)

Donnerstag, 15. Juli 2010:  Lasst uns die Arbeit zerstören (ab Seite 6)

Donnerstag, 29. Juli 2010: Die anarchistische Spannung

Über den Autor:

Zu seinem Leben, das er Großteils im Gefängnis verbracht hat, könnt ihr das wichtigste auf Wikipedia lesen

Alfredo Bonanno propagiert in seinen Werken vor allem den selbstorganisierten, individuellen und unahängigen bewaffneten Aufstand und gilt als einer der zentralen Vertreter des aufständischen Anarchismus oder Insurrektionalismus. Er bezeichnet den Kapitalismus als „Projekt des Todes“ und setzt dem die „Freude am Leben“ gegenüber, die sich im bewaffneten Widerstand des Einzelnen äußern solle. Er entwirft ein dystopisches Bild der Gesellschaft, in der jetzt der richtige Augenblick für Aufstände sei, da sich die Gefängnisse zuerst in Spezialknäste für Revolutionärinnen, dann in Vorzeigegefängnisse und schließlich in wahrhaftige Lager zur Manipulation der Gehirne und zu guter Letzt in Irrenhäuser verwandeln würden. Hierarchische Organisationen wie die Roten Brigaden lehnt er als bewaffnete Partei ab.


Oaxaca zwischen Widerstand und Wahlen: Di, 06. Juli 2010 – 19:00 Uhr

Mo, 07/05/2010 - 10:26

Dienstag, 06.07.2010 – 19h im Infoladen

Oaxaca zwischen Widerstand und Wahlen
mit Sara Méndez Morales (Komitee 25.November, Oaxaca)
und Philipp Gerber (medico international schweiz)

Die Menschenrechtlerin Sara Méndez Morales vom Komitee 25. November berichtet von der Eskalation der Gewalt in den sozialen Konflikten im südmexikanischen Bundesstaat, welche auch JournalistInnen und MenschenrechtsverteidigerInnen trifft. Dies im Kontext von Lokalwahlen, die am 4. Juli stattfinden. Die seit Jahrzehnten regierende Partei fürchtet ihren Machtverlust. Zwei gegensätzliche Szenarien sind möglich: Die politische Gewalt eskaliert, oder es ist doch noch möglich, einen friedlichen Wandel einzuleiten. Die angespannte Vorwahlsituation deutet leider in die erste Richtung. Ergänzend beleuchtet Philipp Gerber von medico international schweiz die regionalen sozialen Bewegungen in Südmexiko und zeigt mögliche Perspektiven der internationalen Menschenrechtsarbeit auf.

Solidaritätskomitee Mexiko Salzburg
Infoladen Salzburg


Lesekreis Filmabend zu Anarchismus 2.0

Mi, 06/09/2010 - 01:32

Am Ende des Buches Anarchismus 2.0 gibt es nun wieder einen Filmabend:

Mittwoch, 30.06.2010 – 18:00 Uhr im Infoladen

18:00-19:35 Uhr: Battle in Seattle

19:40-20:10 Uhr: Der dänische Freistaat Christiania

20:10-21:45 Uhr: The Weather Underground

21:45-23:15 Uhr: Sweet Mud

Battle in Seattle von Stuard Townsend (94 min)

Der Film erzählt über die als Battle in Seattle bekannten, innerhalb von fünf Tagen im Dezember 1999 stattfindenden Ereignisse. Die Welthandelsorganisation organisiert in Seattle ein Treffen, währenddessen friedliche Demonstrationen der Globalisierungskritiker stattfinden sollen. Die Lage eskaliert und es kommt zu Ausschreitungen, die die Beratungen zum Scheitern bringen.

Zu den Globalisierungsgegnern gehört Ella, die Ehefrau des in der SWAT-Einheit dienenden Polizisten Dale. Während einer Demonstration wird die im 5. Monat schwangere Ella von einem Polizisten attackiert, da sie sich unwissentlich auf dem Nachhauseweg in eine protestierende Menge manövrierte. Daraufhin verliert sie ihr Kind. Dr. Maric arbeitet als Arzt in den Ländern der Dritten Welt und sollte im Konferenzzentrum eine Rede vor den Geschäftsleuten halten. Erst als dem afrikanischen Vertreter das Wort entzogen wird, da der Raum für „Wichtigeres“ benötigt wird, erhebt jener seine Stimme für das Ziel der Demonstranten.

Der dänische Freistaat Christiania aus der Reihe „Orte des Errinerns“ (28 min)

Link zum Film

Christiania, ein Staat im Staate Dänemark. Traum und Vorbild einer Generation. 800 Menschen leben heute in Christiania, mitten in Kopenhagen, mit einem großen Maß an Autonomie. Es begann in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Viele junge Menschen rebellierten gegen Autoritäten und Machtstrukturen, vereint durch den Kampf gegen den Vietnamkrieg. Sie suchten eine neue Art von Gesellschaft, eine bessere Welt aus der die ungenehmen Dinge des Lebens verschwunden wären. 1971 entdeckte eine Handvoll junger Leute die 20 Hektar Land mitten in Kopenhagen, die eigentlich dem Staat gehörten. Ein verlassenes Militärgelände, das sie besetzten und zum Freistaat erklärten. Sie machten ihre Aktion öffentlich und setzten damit eine kleine Völkerwanderung in Gang. Das Areal füllte sich mit Leben. Christiania entwickelte sich zu einem Mittelpunkt der progressiven Kultur. Überraschend lange ließ man die Hausbesetzer in Ruhe, doch der politische Kurs änderte sich. 1976 sollte Christiania dann geschlossen werden. Aber den Bewohnern der „Friedensstadt“ gelang es, die Sympathie der dänischen Bevölkerung zu gewinnen. Sie konnten bleiben. Dennoch war das Leben im Freistaat nicht konfliktfrei: Drogenhandel und der Konsum harter Drogen, Gewalt und immer wieder Auseinandersetzungen mit Polizei und Regierung bedrohten die „Insel des Friedens“ – von innen und von außen. Doch dank Christianias größter Stärke, der basisdemokratischen Selbstverwaltung, gelang und gelingt es, mit diesen Problemen fertig zu werden – bis heute.

The Weather Underground von Sam Green und Bill Siegel (95 min)

In 1969, a small group of leftist college student radicals announced their intentions to overthrow the U.S. government in opposition to the Vietnam War. This documentary explores the rise and fall of this radical movement as former members speak candidly about the passion that drove them at the time. The film also explores the group in the context of other social movements of the time, featuring interviews with former members of the Students for a Democratic Society (SDS) and the Black Panther Party. The documentary also examines the U.S. government’s suppression of dissent during this turbulent era. Using archival footage from the 1960s and 1970s, the film also intersperses recent interviews with high profile ex-Weathermen like Bernadine Dohrn, David Gilbert, Bill Ayers, Mark Rudd and Brian Flanagan, who talk about their involvement in the organisation, their experiences, and the trajectory that led them to be placed on the FBI’s Most Wanted list.

Sweet Mud von Dror Shaul (100 min)

Set in 1974, Dvir is soon to turn 13 and lives with his mom Miri at a progressive kibbuz populated by people who take pride in their open-minded attitudes. However, they’re not so easygoing when it comes to Miri; she’s been sent to a mental hospital more than once, and her instability is more than most of the residents want to deal with, leaving Dvir to look after his mother with the help of his older brother Eyal. Miri persuades her Swiss boyfriend Stephan to join her at the kibbutz, even though he isn’t Jewish, but he isn’t welcomed by other residents, and an unpleasant incident involving a neighbor’s dog turns the couple into outcasts. In the midst of all this, Dvir is trying to prepare for his bar mitzvah, which at the kibbutz is combined with a severe regimen of survival training; he also gets a crash course in his ongoing maturity when he develops a crush on Maya, a cute girl his age.


Lesekreis: näxt book

Di, 06/08/2010 - 08:33

Unsere neueste Lektüre: Anarchismus 2.0 von Hans Jürgen Degen und Jochen Knoblauch

Der Band «Anarchismus. Eine Einführung» von Hans Jürgen Degen und Jochen Knoblauch in der Reihe «theorie.org» arbeitete die Grundlagen libertärer Weltsicht (Stirner, Bakunin, Landauer etc.) auf. Von Rudolf Rocker einmal abgesehen, hat allerdings keiner dieser Klassiker in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg gewirkt. Dies und die Tatsache, daß spätestens nach 1945 die anarchistische Bewegung gezwungen war, sich von Grunde auf organisatorisch und inhaltlich neu zu positionieren, unterstreicht die Notwendigkeit dieser Anthologie zu aktuellen Tendenzen des Anarchismus.

Infos zum Buch, sowie Textprobe, Vorwort und Inhaltsverzeichnis auf der Homepage des Schmetterling Verlages

Wir lesen Mittwochs um 19:00 Uhr im Infoladen.

Im Kapitel „Wirtschaft gestalten am Rande und mittendrin“ (Seite 80) wird Silvio Gesell erwähnt. Hier ein Mitschnitt eines Vortrags von Peter Bierl zum Thema „Regionalgeld, Tauschringe, Schwundgeld und die gefährlichen Lehren des Silvio Gesell. „

Termine:


Mittwoch, 03.04.2010:

  • Vorwort;
  • Anarchismus in Deutschland nach 1945. Umbruch, Neuorientierung: Bruchstücke
  • ’68 und die Folgen: Anarchismus oder Anarchie?

Mittwoch, 10.03.2010:

  • „Wir kriegen nur wofür wir kämpfen“ Anarchosyndikalismus heute
  • Freiheit ohne Gewalt – für eine gewaltfreie herrschaftslose Gesellschaft

Mittwoch, 24.03.2010:

  • Wirtschaft gestalten am Rande und mittendrin. Zum Verhältnis von Anarchismus und Ökonomie

Mittwoch, 31.03.2010:

  • Anarchafeminismus

Mittwoch, 21.04.2010:

  • Exkurs: Über die Achtung der Frau und die sozialen Bewegungen der indigenen Völker am Beispiel der Aymara/Bolievien
  • Ist der Zapatismus ein Anarchismus?

Mittwoch, 26.05.2010:

  • Postanarchismus: Anarchistische Theorie (in) der Postmoderne
  • Neue soziale Bewegungen: Anarchismus ist soziale Bewegung
  • Anarchismus und Pädagogik

Mittwoch, 09.06.2010:

  • Gemeinsam wohnen und arbeiten – Kommunen und andere selbstorganisierte Lebensgemeinschaften
  • Exkurs: Von bolo’bolo zu Kraftwerk 1
  • Anarchismus als Kulturbewegung – Versuch einer Annäherung an eine anarchistische Kulturtheorie

Mittwoch, 23.06.2010:

  • Anarchismus und Internet
  • Anarchismus. Überlegungen
  • Dokumentation: Kurt Zebe; Anarchismus. ein verfälschter Begriff – und die Wirklichkeit, die dahintersteht
  • Nachwort

Infoladen wird 7

Mo, 05/24/2010 - 10:15

Die Salzburger Nachrichten berichteten kürzlich: „Auf der Gewinnerseite: Infoladen Salzburg legt Erfolgsbilanz vor. Trotz Krisenjahr 2009 genauso hohe Besucher_innenzahlen wie 2008.“

Deshalb feiern wir unseren Geburtstag mit einem Gnihihii:

Samstag den 12. Juni 2010 ab 15:00 Uhr im Infoladen

Wie die letzten Jahre, werden wir am Nachmittag die Straße in einen gemütlichen Biergarten verwandeln, am Abend wird drinnen festlich abgerockt.

Programmmäßig ist bis jetzt folgendes fix:

  • Volxbuffet (bitte viel Veganes, meldet euch bei uns wer was mitnimmt)
  • ab 15:00 Uhr Gastgarten, Begrüßungscocktail, gemütliche musikalische Untermalung
  • ab 16:00 Uhr Lesung von Poetro, eventuell auch Überraschungskabarett einer neuen Gruppe in Salzburg
  • ab 20:00 Uhr Liveact
  • ab 23:00 Uhr Auflegerei
  • ab 24:00 Uhr Karaoke